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(10.02.2026 / sbr)

Die Welt der Musik auf Banknoten – ein visuelles Konzert

Die Verbindung von Geld, Musik und Kunst wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, doch sie eröffnet eine faszinierende Welt: Über Ländergrenzen und Epochen hinweg begegnet uns „Musik“ als zentrales Motiv auf Banknoten. Die Ausstellung im Museum für Druckkunst, Leipzig, zeigt ausgewählte Beispiele und wird von Makrofotografien von Pete Jones und Siebdrucken von Heidi Specker begleitet.

Ausstellungsdauer: 12.02.2026 – 10.05.2026

Die Geldscheinsammlung der Giesecke+Devrient Stiftung präsentiert rund 50 Banknoten, die zu einer Entdeckungsreise durch Klänge, kulturelles Erbe und nationale Identität einladen. Ähnlich wie in einem Orchester, in dem verschiedene Instrumente harmonisch zusammenwirken, sind die Scheine in fünf Themenbereiche gegliedert, um unterschiedliche inhaltliche Aspekte hervorzuheben.

Zum einen geht es um Schöpfer der klassischen Musik, die mit ihren Werken als klingendes Kulturerbe einen bedeutenden Teil der europäischen Identität darstellen. Ihre Kompositionen verbinden Menschen und Generationen. Die Porträts auf den Banknoten sind Symbole der Wertschätzung, die weit über den materiellen Wert der Noten hinausweisen. Auch Instrumente stehen häufig im Mittelpunkt der Banknotengestaltung. Auf dem französischen 200-Francs-Schein von 1995 fand der Erfinder des Saxophons Alphonse Sax (1814–1894) Anerkennung. Sein Instrument verhalf Jazz und Swing weltweit zum Durchbruch und veränderte musikalische Gattungen grundlegend.

Ein besonderes Highlight der Ausstellung sind die künstlerischen Beiträge von Pete Jones und Heidi Specker. Der Frankfurter Fotograf und Konzeptkünstler Pete Jones ist in seinen Projekten stets auf der Suche nach dem, was sich hinter den Oberflächen verbirgt. Seine Werkreihe „Musik auf Banknoten“ zeigt in Makroaufnahmen die internationalen Geldscheine auf besondere Art und Weise – durchleuchtet, vergrößert und sichtbar gemacht bis in ihre feinsten Strukturen. Jones dient seine Wiedergabe des Geldes auch als Symbol für eine kulturelle Entwertung in einer zunehmend kommerzialisierten Welt. Er stellt das fragile Verhältnis von Kultur und Kapital in Frage und fordert eine neue Auseinandersetzung mit Werten und Begriffen, welche die Gesellschaft prägen. Die Künstlerin Heidi Specker ist Professorin für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Sie arbeitet in Werkgruppen. In der Siebdruck-Serie „Noten“, 2018, setzt sie sich mit der 100-DM Banknote auseinander, die Clara Schumann gewidmet ist. Specker untersucht hier ein historisches Objekt, indem sie mit dem Blick durch die Kamera Oberfläche und Struktur des Geldscheins mit einem feinen Gespür für Muster und geometrische Strukturen erfasst. Anschließend druckt sie einzelne Ausschnitte einfarbig in pink, blau, violett und hellblau, so dass sie jeweils unterschiedlich wirken. Durch die großformatigen Makroaufnahmen beider Künstler, die sich grafischen Details von Sicherheitsmerkmalen und Ornamenten auf den Banknoten widmen, sieht man Geldscheine mit neuem Blick, erkennt ihre drucktechnisch meisterliche Herstellungsweise und entdeckt zwei künstlerisch unterschiedliche Perspektiven auf Musik auf Banknoten.

Weitere Veranstaltungen: https://www.druckkunst-museum.de/de/vorschau.html