Im Verfahren der ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH haben die Beteiligten trotz intensiver Bemühungen keine Investorenlösung erreicht. Insolvenzverwalter Georg Jakob Stemshorn von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH informierte die Gläubiger über den aktuellen Stand. Der Gläubigerausschuss stimmte daraufhin der notwendigen, geordneten Betriebsschließung zu. Die Produktion wird noch bis Ende August 2026 fortgesetzt, bestehende Kundenaufträge werden bis dahin vollständig abgearbeitet.
Die ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH ist ein traditionsreiches Druckunternehmen und spezialisiert auf Kataloge, Magazine, Mailings und Werbesendungen. Das Amtsgericht Augsburg – Insolvenzgericht – hatte am 30. März 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Georg Jakob Stemshorn zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Seitdem führte er den Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fort. Am 28. Mai 2026 eröffnete das Amtsgericht das Verfahren und bestellte Stemshorn zum Insolvenzverwalter. Mit der Verfahrenseröffnung können die Gläubiger ihre Forderungen zur Tabelle anmelden.
Gemeinsam mit seinem Team, zu dem die Wirtschaftsjuristen Maximilian König und Alexander Kogut gehören, führte der Insolvenzverwalter in den vergangenen Wochen einen strukturierten Investorenprozess durch. Dabei fanden Gespräche mit mehreren potenziellen Interessenten statt. Zuletzt war noch die Entscheidung eines verbliebenen Investors offen, der inzwischen jedoch abgesagt hat. Ohne Investor ist eine dauerhafte Fortführung des Druckereibetriebs jedoch nicht möglich.
„Wir haben in den vergangenen Wochen intensive Gespräche mit potenziellen Investoren geführt und verschiedene Fortführungsszenarien geprüft. Das wirtschaftliche Umfeld ist derzeit jedoch schwierig, viele Investoren agieren sehr zurückhaltend. Leider konnten wir trotz aller Bemühungen keine Lösung erzielen, was wir sehr bedauern“, erklärt Georg Jakob Stemshorn.
Die Verantwortlichen haben die rund 100 Mitarbeiter in der heutigen Mitarbeiterversammlung informiert. Ihnen muss leider gekündigt werden. Mit dem Betriebsrat wurde dazu ein Sozialplan nebst Interessenausgleich ausgehandelt.
Geschäftsführer Alexander Hetzger sagt: „Die vergangenen Jahre waren für die gesamte Branche sehr herausfordernd. Der Markt für Druckerzeugnisse verzeichnet seit längerem kontinuierliche Rückgänge. Die Nachricht ist für uns alle sehr bedauerlich. Mein persönlicher Dank gilt insbesondere unserer Belegschaft, die das Unternehmen über viele Jahre mit großem Engagement begleitet hat. Gemeinsam werden wir nun die verbleibenden Aufträge zuverlässig abwickeln.“
Andere Unternehmen der Gruppe nicht betroffen
Die Franz Schoder Druck GmbH & Co. KG am Standort Gersthofen ist von der Schließung nicht betroffen. Dort wird der Geschäftsbetrieb unverändert fortgeführt. Die beiden Unternehmen treten unter der Dachmarke „ADV SCHODER – Druck verbindet“ gemeinsam nach außen am Markt auf. Die beiden Unternehmen sind rechtlich unabhängig. Die ADV Mediendienste GmbH ist eine Tochtergesellschaft der ADV- Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH und tritt als Dienstleister für die beiden Druckstandorte auf. Auch diese Gesellschaft befindet sich nicht in der vorläufigen Insolvenzverwaltung.