In Betrieben geht es zuweilen „heiß her“; das wissen die meisten Arbeitnehmer. Doch dass an ihren Arbeitsplätzen die Temperaturen unerträglich werden, ist für sie ein neues Phänomen. Hierauf müssen ihre Arbeitgeber reagieren. Auch im Bereich Gesundheitsvorsorge stehen die Unternehmen immer wieder vor neuen Herausforderungen. Denn zum Beispiel aus neuen Formen der Zusammenarbeit sowie dem Einsatz neuer Technologien erwachsen oft auch neue Faktoren, die potenziell die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden belasten.
Ein Beitrag von Elke Katharina Meyer, Frank Nesemann und Thomas Achim Werner.
Der Klimawandel ist auch an den Arbeitsstätten spürbar
Zu den neuen Herausforderungen zählen auch die aufgrund des Klimawandels gehäuft auftretenden Hitzewellen. Diese führen dazu, dass die Temperaturen an vielen Arbeitsstätten
Häufige Hitzefolgen sind zudem Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Erschöpfung und Gereiztheit.
Die Belastungen unterscheiden sich an den Arbeitsplätzen jedoch erheblich: In Büros sind zwar oft schlecht klimatisierte Räume ein Problem; in Produktionshallen, sowie auf Baustellen sind die Beschäftigten aber häufig noch viel höheren Temperaturen ausgesetzt.
Führung beginnt mit Zuhören und Ernstnehmen
Führungskräfte, die sich dem Wohlergehen ihrer Mitarbeitenden und „Vision-Zero-Gedanken“ (Ziel: null arbeitsbedingte Erkrankungen) verpflichtet fühlen, sollten die Hitzebelastung nicht als ein rein organisatorisches Problem, sondern auch als ein gemeinsames Thema der Sicherheit, Gesundheit und Arbeitsfähigkeit betrachten. Deshalb sollten sie mit ihren Mitarbeitenden in einen offenen Dialog hierüber treten. Hierfür geeignete Fragen sind:
Ein solcher Austausch
Gemeinsam tragfähige Lösungen finden
Nicht jede Maßnahme eignet sich für jeden Arbeitsplatz. Deshalb empfiehlt sich eine Analyse, welche Lösungen sowohl den Bedürfnissen der Mitarbeitenden als auch des Betriebs gerecht werden.
Mögliche Maßnahmen für Büroarbeitsplätze
In den Bürobereichen lassen sich oft mit überschaubarem Aufwand deutliche Verbesserungen erzielen. Hierzu zählen:
Mögliche Maßnahmen in der Produktion, in Werkstätten
In Produktionsbereichen stehen meist teils andere Lösungen im Vordergrund:
Lösungen entstehen im Dialog
Meist stiftet eine Kombination von Einzelmaßnahmen den größten Nutzen. Führungskräfte sollten deshalb mit ihren Teams überlegen:
Die Praxis zeigt: Führungskräfte, die ihre Mitarbeitenden an der Lösungssuche beteiligen, erhalten oft überraschend viele praxisnahe Vorschläge. Zudem steigt die Akzeptanz der beschlossenen Maßnahmen.
Die Gesundheit fördern und die Effektivität bewahren
Bei Lösungen, die Investitionen erfordern, befürchten Unternehmen oft die höheren Kosten. Die Praxis im Bereich Gesundheitsvorsorge bzw. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zeigt jedoch: Vorbeugende Maßnahmen sind wirtschaftlich meist sinnvoll – speziell bei Herausforderungen wie den Hitzewellen, bei denen klar ist: Sie kommen wieder. Denn Mitarbeitende, die zum Beispiel ausreichend trinken, bei angenehmeren Temperaturen arbeiten und ihre Arbeitszeit flexibel den Gegebenheiten anpassen können, bleiben auch bei extremen Außentemperaturen leistungsfähiger. Sie machen zudem weniger Fehler und fallen seltener aufgrund hitzebedingter Beschwerden aus. Außerdem profilieren sich die Unternehmen durch ihre Vorsorgemaßnahmen als verantwortungsbewusste Arbeitgeber.
Vision Zero bedeutet, auf neue Risiken vorbereitet sein
Die Hitzewellen aufgrund des Klimawandels zeigen exemplarisch, wie sich auch die Herausforderungen im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) verändern. Neue Belastungen entstehen meist schleichend und erfordern mit der Zeit immer dringlicher Lösungen. Führungskräfte, die den Vision-Zero-Gedanken verpflichtet fühlen, warten deshalb nicht, bis massive gesundheitliche Probleme auftreten. Sie suchen vielmehr frühzeitig
Dadurch entsteht mit der Zeit in der Organisation eine Kultur, in der Gesundheit – und ein niedriger Krankheitsstand – kein Zufall ist, sondern das Ergebnis eines kontinuierlichen Austauschs und einer gemeinsamen Verantwortungsübernahme.
Zu den Autoren
Die drei Autoren – Elke Katharina Meyer, Frank Nesemann und Thomas Achim Werner – bilden gemeinsam das Führungsteam der Unternehmensberatung Positivity Guides eGbR, Berlin/Braunschweig (www.positivity-guides.de), die auf das Themenfeld Positive Führung und Positive Leadership spezialisiert ist. Unter der Mailadresse kontakt@positivity-guides.de können Interessierte einen Guide „Positive Leadership - Key to VISION ZERO“ bei den Positivity Guides anfragen.