Liebe Leserinnen und Leser!
Die Branchenbarometer und sonstigen Grafiken zur Darstellung der wirtschaftlichen Situation in den verschiedenen Bereichen der Druck- und Papierindustrie sehen seit einiger Zeit aus wie schlechte Zähne. Sie zeigen nach oben, nach unten, links, rechts, vorne und hinten. Und sie schillern dabei in den verschiedensten Farben. Wirklich belastbare Prognosen zu erstellen, ist derzeit kaum möglich; die bisher verwendeten, teilweise recht alten Berechnungsmodelle scheinen für die Welt, in der wir uns gerade befinden, nicht länger tauglich.
Das ist übrigens bei den Wetterprognosen ähnlich. Die enorme Hitze- und Dürreperiode der letzten Wochen – insbesondere in Europa und den USA – hat nachdrücklich vor Augen geführt, auf welche Katastrophe wir zusteuern. Die Unwetterschäden sind kaum zu beziffern, Superzellen entstehen binnen weniger Minuten, zuletzt wurde ein ganzer Wald vom Sturm „einfach weggeblasen“.
Auch für die Papierindustrie ist das kritisch. Nun soll es an der nach wie vor nicht in Kraft getretenen EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) wieder Änderungen geben, die einzig der Industrie entgegenkommen. Eine Null-Risiko-Kategorie steht wieder im Raum, ebenso erleichterte Nachweispflichten. Frisch aus dem Handbuch: „Schlupflöcher konstruieren – kurz und gut“. Wo sie sind, werden sie bekanntlich auch genutzt. Lobbyismus dieser Art setzt ein Zeichen, welches das Vertrauen der Verbraucher in die grünen Bestrebungen der Branche weiter untergraben wird. Das können wir nicht gebrauchen.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
Ihr
