P3 7-8/2024 de

Editorial

Editorial

Als er mit mir redete, sagte er Dinge, für die er etwa zehn Jahre braucht, um sie zu verstehen.

(Peter E. Schumacher (1941 – 2013), Aphorismensammler und Publizist)

Liebe Leserinnen und Leser!

Schon wieder geht ein Jahr zu Ende – und wiederum blicken wir in eine leicht ungewisse Zukunft. Seit der letzten Ausgabe der P3 hat es weltweit politische Weichenstellungen und Verwerfungen gegeben, deren Folgen – nicht zuletzt in wirtschaftlicher Hinsicht – überhaupt noch nicht abzuschätzen sind. Aus den USA drohen weird donald und sein mittelalterliches Schreckenskabinett mit Handelskrieg, Absolutismus, Technokratie und anderen gefährlichen Szenarien; China bleibt unberechenbar; Nahost bleibt ein Pulverfass; Russland bleibt auf Konfrontationskurs. Und mitten in die – nicht nur dadurch ausgelöste – Wirtschaftskrise hinein stottert mit Deutschland einer der wesentlichen europäischen Motoren, während die FDP mit vollem Kalkül eine Regierung sprengt – ohne Rücksicht auf Verluste.

Was Deutschland und anderen westlichen Ländern in den letzten Jahren verloren gegangen ist, lässt sich vordergründig in oft zitierte und auf vielen Ebenen diskutierte Schlagworte fassen: Innovationskraft, Konkurrenzfähigkeit, Anpassungsfähigkeit. Es ist leicht, die Hand aufzuhalten und staatliche bzw. europäische Institutionen dafür zur Verantwortung zu ziehen. Weit genug greifen solche Reflexe freilich nicht. Die Trägheit verwöhnter, oftmals überalterter Unternehmensapparate trägt ebenso dazu bei. Viele Manager verschlafen auch viele Entwicklungen. Die gesellschaftliche Problematik bleibt bei diesen Betrachtungen jedoch zu oft außen vor. Die falschen Idole, die jetzt vermehrt ihre hässlichen Fratzen in die Höhe recken, machen deutlich, dass wir wesentlicherer Dinge verlustig zu gehen drohen: Anstand und Bildung.

Und das ist mit Influencern, KI, Selbstverliebtheit und allen Bitcoins der Welt nicht in den Griff zu bekommen.

Auf ein stabiles neues Jahr!

Ihr

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