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(21.05.2026 / sbr)

Wellpappenindustrie verzeichnet für 2025 leichtes Absatzminus

Politisch bedingte Unsicherheiten an den Märkten, ausbleibende wirtschaftliche Dynamik und erneute Preissteigerungen haben die Jahresbilanz 2025 der Wellpappenindustrie beeinträchtigt. Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten drohen die Situation 2026 weiter zu verschärfen. Der Verband der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW) appelliert daher an die Bundesregierung, mittelständisch geprägte Branchen stärker vor übermäßigen Belastungen zu schützen.

„Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands stand 2025 erneut unter denkbar schwierigen Vorzeichen. Die Folgen bekam auch die Wellpappenindustrie als Zulieferin der wichtigsten Transportverpackung des Landes massiv zu spüren“, stellt der Vorsitzende des VDW, Dr. Steffen P. Würth, fest. „Faktoren wie eine unberechenbare US-Handelspolitik und der anhaltende Zollstreit setzten wichtigen Industriekunden unserer Branche zu. Andere Aspekte wie hohe Lohnstückkosten und Energiepreise sowie Bürokratiebelastung wiederum schmälerten jedoch nicht nur die Aussichten relevanter Abnehmer, sondern betrafen die Wellpappenhersteller auch direkt ganz erheblich“, so der VDW-Vorsitzende.

Insgesamt verzeichneten die VDW-Mitglieder für 2025 mit rund 7.403 Mio. m2 Wellpappe einen leichten Absatzrückgang von 0,1 Prozent gegenüber 2024. Beim Umsatz wiederum ergab sich gegenüber 2024 ein Plus von 1,0 Prozent – eine Entwicklung, die allerdings im Kontext eines ausgeprägten Umsatzminus im Vorjahr zu bewerten ist. Auch reicht das Umsatzplus nach Einschätzung der VDW-Mitglieder nicht aus, um die gestiegenen Kosten auf der Rohstoffseite auszugleichen.

Die Wellpappenindustrie sah sich 2025 bereits zum zweiten Mal in Folge mit einer ausgeprägten Preiswelle bei Wellpappenrohpapieren konfrontiert. Von Januar bis Juni 2025 erhöhte sich der durchschnittliche gewichtete Wellpappenrohpapierpreis um 12,9 Prozent; im Jahresmittel lag er 4,2 Prozent über dem Wert von 2024. „Dies bedeutete für die Wellpappenindustrie eine große Zusatzbelastung inmitten einer ohnehin angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage“, betont Würth.

Die Aussichten für 2026 bewertet der VDW auf Basis der aktuellen weltpolitischen Lage zurückhaltend. Der Krieg im Nahen Osten und der daraus resultierende Energiepreisschock habe führende Wirtschaftsinstitute bereits dazu veranlasst, ihre Prognosen für das BIP deutlich nach unten zu korrigieren. „Die Wellpappenindustrie sieht sich schon jetzt stark betroffen durch in die Höhe geschnellte Energiepreise, Produktions- und Logistikkosten sowie neue Unsicherheiten am Markt. Auch die Gefahr einer neuen Kostenwelle bei den Rohstoffen ist nicht von der Hand zu weisen“, warnt der VDW-Vorsitzende. „In diesen herausfordernden Zeiten ist es insbesondere für mittelständisch geprägte Branchen wie die Wellpappenindustrie von essenzieller Bedeutung, dass die Bundesregierung für effektive Entlastungen sorgt und Deutschland als attraktiven Wirtschaftsstandort stärkt“, ergänzt Würth.