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(13.07.2026 / sbr)

Analoge Fotografie immer beliebter: „Verbraucher suchen das Erlebnis, nicht nur Perfektion!“

Die analoge Fotografie gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit. Während Digitalkameras immer ausgefeilter werden und Smartphones nahezu unbegrenzte Fotomöglichkeiten bieten, entscheiden sich immer mehr Verbraucher bewusst für Film, Sofortbildkameras und Einwegkameras. Laut dem Fotografie-Experten und Filialleiter Alex Plomp von Kamera Express dreht sich diese Renaissance vor allem um das Erlebnis und eine bewusste Intention.

„Der analoge Fotograf wählt bewusster; oft reicht schon ein einziges Foto eines einzigen Moments aus“, so Plomp. „Es gibt eine wachsende Gruppe junger Fotografen unter 30, die sich für analoge und Sofortbildfotografie entscheidet. Sie suchen keine digitale Perfektion, sondern vor allem das Erlebnis. Es geht weniger um ein Beweisfoto als vielmehr um eine greifbare Erinnerung.“ Auch ältere Nutzer kehren zurück, doch laut ihm liegt das stärkste Wachstum bei der jungen Generation.

„Ein analoges Foto ist pro Aufnahme relativ kostspielig, da jede Auslösung Geld kostet. Dadurch geht man sorgfältiger mit seinen Momenten um“, sagt Plomp. „Diese Knappheit sorgt für einen bewussteren Fotomoment: weniger Auslösungen, bewusste Auswahl. Digitale Fotografen können endlos fotografieren und experimentieren, spüren dadurch aber manchmal auch mehr Druck, perfekte Bilder zu erzielen.“

Ein weiterer wichtiger Unterschied zur Digitalfotografie ist die Zeitspanne zwischen der Aufnahme und dem Betrachten des Ergebnisses. „Das Entwickeln analoger Fotos braucht Zeit, von wenigen Minuten bei der Sofortbildfotografie bis hin zu mehreren Tagen beim Entwickeln und Digitalisieren von Filmrollen. Das sorgt auch für eine gewisse Spannung: Wie sind die Bilder wohl geworden?“

Zwei fotografische Welten nebeneinander

Laut Plomp zeichnen sich immer deutlicher zwei Bildkulturen ab. „Auf der einen Seite gibt es digitale Fotografen, die sich auf Online-Inhalte und hohe Qualität konzentrieren. Auf der anderen Seite steht die analoge Gruppe, die gerade Wert auf Unvollkommenheit und Authentizität legt.“

„Während die eine Gruppe auf Perfektion und Reichweite setzt, geht es bei der anderen gerade um Gefühl und Authentizität. Diese Welten existieren nebeneinander. Die eine Gruppe erreicht online Tausende von Followern, während die andere ihre Bilder oft in einem kleineren, persönlichen Kreis hält.“ Auffällig ist, dass diese Welten auch manchmal aufeinandertreffen. „Wir beobachten auch die Entstehung einer hybriden Form, bei der analoge Fotos digitalisiert und auf Instagram und TikTok geteilt werden.“

Eine dauerhafte Nische in der Fotografie

Die Beliebtheit der analogen Fotografie hat in kurzer Zeit stark zugenommen. Laut Plomp ist diese Entwicklung daher nicht mehr wegzudenken. „Die analoge Fotografie wird nicht als dominierende Fototechnik zurückkehren, sondern neben der digitalen Fotografie als feste, wertvolle Nische bestehen bleiben“, so Plomp.