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(02.11.2026 / sbr)

14. Fogra-Symposium UV-Druck

Am 28. und 29. Oktober fand das 14. Symposium UV-Druck des Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e. V. in Aschheim bei München statt. In 17 Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion beleuchteten Expertinnen und Experten aus Industrie, Forschung und Verbänden aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen des UV-Drucks. Im Mittelpunkt standen Umweltverträglichkeit, regulatorische Anforderungen, innovative UV-Technologien sowie neue Möglichkeiten der Prozesskontrolle.

Das zweijährlich stattfindende Symposium bot den rund 70 Teilnehmenden eine Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Druckereien, Herstellern, Forschungseinrichtungen und Verbänden. Dabei wurde deutlich, dass sich die UV-Technologie in einem Spannungsfeld zwischen steigenden Umweltanforderungen, wirtschaftlichem Druck und technologischen Innovationen bewegt.

Ein Blick über den Tellerrand

Zum Auftakt standen Anwendungen und Entwicklungen außerhalb des klassischen UV-Offsetdrucks im Mittelpunkt.

Dr. Andreas Sohns von der Pröll GmbH stellte industrielle Anwendungen des UV-Siebdrucks vor. Antje Kersten von der TU Darmstadt widmete sich dem Verbot von PFAS bei der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmittelverpackungen. Kathrin Mohr vom Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e. V. (VdL) erläuterte die EuPIA-Charta und was diese für die Verwendung von Druckfarbenrohstoffen bedeutet. Jan Museler von der hubergroup Deutschland GmbH zeigte anschließend die Chancen UV- und LED-härtender Beschichtungen für Metallverpackungen auf.

Die Vorträge verdeutlichten, wie vielfältig UV-Technologien eingesetzt werden kann. Außerdem wurde klar, wie eng technische Entwicklungen inzwischen mit regulatorischen und stoffbezogenen Anforderungen verbunden sind.

UV-Technologie und Umwelt

Die Umweltverträglichkeit des UV-Drucks bildete einen weiteren Schwerpunkt des ersten Veranstaltungstages.

Dr. Monika Rüter von der FABES Forschungs-GmbH erläuterte alles rund um die Migration bei strahlenhärtenden Produkten und die Anforderungen an deren sichere Anwendung. Julia Rohmann vom Bundesverband Druck und Medien e.V. bvdm) beschäftigte sich ausführlicher mit der Frage, welche Umweltzeichen für UV-Druckprodukte erreichbar sind. An den Beispielen des Blauen Engels, des EU Ecolabels und des Nordic Swans zeigte sie die Anforderungen an Druckprodukte auf. Dass die Recyclingfähigkeit nicht allein von der eingesetzten Druckfarbe abhängt, verdeutlichte Dr. Jörg Adams von der Sun Chemical Group GmbH. Seine Untersuchungen zur Druckfarbenentfernung bei UV-bedruckten Lebensmittelverpackungen zeigten, welchen Einfluss Substrat, UV-Härtung und Überdrucklacke auf die Deinkbarkeit haben.

Mario Drechsler von Highendmedia GmbH stellte schließlich die grundsätzliche Frage, wann ein Druckprodukt tatsächlich umweltfreundlich ist. Dabei rückte er den gesamten Produktlebensweg in den Mittelpunkt: von der Materialauswahl über die Produktion und Nutzung bis zur Verwertung.

Den Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete die Keynote von Dr. Michael Has (Monopterus GmbH). Unter dem Titel „Rohstoffe, Planetare Grenzen – Handlungsmöglichkeiten“ betrachtete er die wirtschaftliche Entwicklung vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen und ökologischer Belastungsgrenzen. Dabei stellte er auch regenerative Ansätze als mögliche Perspektive für zukünftiges Wirtschaften vor.

Praxisbericht und Zukunftsperspektiven

Der zweite Symposiumstag begann mit einem Einblick in die betriebliche Praxis. Peter Wiesendanger von Wiesendanger medien GmbH berichtete welche Chancen der UV-Druck für eine mittelständische Druckerei hat. Anhand der Entwicklung seines Unternehmens zeigte er, wie sich durch Spezialisierung, hohe Fertigungstiefe und innovative Anwendungen neue Geschäftsfelder erschließen lassen. Gleichzeitig thematisierte er Herausforderungen wie Fachkräftemangel, steigende Energiekosten und zunehmende regulatorische Anforderungen.

Quo vadis UV-Technologie?

Welche Perspektiven bieten sich dem UV-Druck angesichts technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen? Die Podiumsdiskussion „UV-Druck der Zukunft: Was wird verlangt – was ist machbar?“ richtete den Blick auf die kommenden Jahre. Kathrin Mohr, Dr. Axel Mayer vom BG ETEM und Peter Wiesendanger diskutierten gemeinsam mit Symposiumsleiter Dr. Philipp Stolper (Fogra-Abteilungsleiter Material & Umwelt). Im Mittelpunkt standen Fragen nach den Erwartungen an die Druckindustrie, der Umgang mit Umwelt- und Sicherheitsanforderungen sowie die Frage, wie sich technische Möglichkeiten und wirtschaftliche Realitäten miteinander vereinbaren lassen.

Thorsten Kinnen von Konica Minolta Business Solutions Deutschland GmbH rüttelte mit provokanten Vortrag rund um den Druck und seine Bedeutung auf. Dr. Tobias Flegler von der Fogra stellte ein Forschungsprojekt zur Entwicklung biobasierter Bindemittel für UV-Druckfarben vor. Ziel des Projekts ist es, nachwachsende Rohstoffe mit den Anforderungen an UV-Härtung, Recyclingfähigkeit und biologischen Abbau zu verbinden. Volker Selg von der Hoenle AG ging auf die aktuellen und zukünftigen Anforderungen an UV-Systeme ein. Im Mittelpunkt stand die regulatorische Situation quecksilberhaltiger UV-Strahler sowie die technischen Möglichkeiten und Grenzen der LED-UV-Technologie.

Wie sich die UV-Härtung künftig intelligenter steuern lässt, zeigte Arnd Riekenbrauck von IST METZ GmbH & Co. KG. Mit SMARTcure stellte er ein datenbasiertes System vor, das mithilfe maschinellen Lernens die benötigte Trocknerleistung aus den jeweiligen Druckauftragsparametern ableiten soll. Ziel ist eine bedarfsgerechte Aushärtung bei möglichst geringem Energieeinsatz.

UV-Prozesskontrolle und Anwendungssicherheit

Die letzte Session widmete sich der zuverlässigen Überwachung und Sicherheit von UV-Prozessen.

Frank Betzinger von Novomatics stellte eine neue Messmethode zur Bestimmung der Aushärtung von UV-Offsetdruckfarben vor, die als ergänzender Ansatz zur etablierten IR-Spektroskopie zu sehen ist. Dr. Axel Mayer von der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) beschäftigte sich mit der Sicherheit von UV-Trocknungseinrichtungen bei einem plötzlichen Maschinenstopp. Anhand von Praxisversuchen zeigte er, welche Veränderungen an Papier durch intensive UV-Bestrahlung auftreten können und welche Fragestellungen sich daraus für den sicheren Maschinenbetrieb ergeben. Den Abschluss bildete Dr. Ulrich Leo von der PRUUVE GmbH mit einer neuen Methode zur UV-Dosimetrie. Das vorgestellte Messsystem nutzt ein auf verzögerter Phosphoreszenz beruhendes Verfahren, um die UV-Dosis reproduzierbar zu bestimmen. Dadurch sollen Unter- und Überdosierungen vermieden und die Prozessstabilität verbessert werden.

Austausch zwischen Forschung und Praxis

„Es war wieder ein sehr spannendes Programm, mit vielen neuen Einblicken. Wie immer bietet das Symposium auch einen Austausch mit den Verschiedenen Mitgliedern aus der Branche,“ sagte Thomas Müller von DC DruckChemie GmbH. Deswegen bot das Symposium neben den Fachvorträgen bot auch zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch. Der gemeinsame bayerische Abend in der Münchner Knödelalm sowie die Möglichkeit, die Labore der Fogra kennenzulernen, ergänzten das Programm.

Das 14. Fogra-Symposium UV-Druck zeigte, dass die Zukunft der Technologie nicht allein von neuen Strahlern, Druckfarben und Messsystemen bestimmt wird. Ebenso entscheidend ist die Recyclingfähigkeit der Produkte, regulatorische Entwicklungen und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit neuer Lösungen.