Seit geraumer Zeit sorgen Schlagzeilen über den Fachkräftemangel unter deutschen Unternehmern für Verunsicherung. Besonders auffällig ist der drastische Unterschied zwischen der Zahl an Arbeitslosen und der überproportional hohen Zahl an unbesetzten Stellen. Im vergangenen Jahr blieben circa 570.000 Positionen frei, wodurch die deutsche Wirtschaft Produktionskapazitäten im Wert von 49 Millionen Euro für das Jahr 2024 verlor. Den Prognosen zur Entwicklung des Arbeitsmarktes zufolge lässt sich dies auf verschiedene Faktoren zurückführen, zu denen auch der demografische Wandel gehört. Beispielsweise vergrößert sich die Lücke mit dem bevorstehenden Ruhestand der geburtenstarken Babyboomer-Generation immer weiter. Besonders Berufe aus dem Handwerk, der Produktion und Fertigung, Bau und Gebäudetechnik sowie der Lehre und Erziehung scheinen unter dem Mangel an Arbeitskräften zu leiden. Allerdings zeigen Statistiken, dass der Arbeitnehmermarkt eigentlich vorhanden ist – denn aktuell sind 2,80 Millionen Arbeitslose in Deutschland registriert. Mit gezielten Maßnahmen und einem Umdenken der Unternehmen könnten also viele Stellen erfolgreich besetzt werden.
Fachkräftemangel? Statistiken zeigen, dass der Arbeitnehmermarkt eigentlich vorhanden ist.
Verlust statt Aufstieg
Als die größte Arbeitnehmergruppe gelten aktuell die Babyboomer, also Personen, deren Geburtsjahr in die Spanne zwischen 1955 und 1969 fällt. Während die ältesten unter ihnen sich bereits im Ruhestand befinden, folgt der Großteil dieser Generation in den kommenden Jahren. Einige ziehen sich bereits mit 60 Jahren aus ihrem Beruf zurück, während Führungskräfte oft schon ab 50 Jahren einen Renteneintritt anstreben. In der Folge verlieren Unternehmen nicht nur einen erheblichen Teil ihres qualifizierten Personals und das damit verbundene Fachwissen, sondern stehen auch vor der Herausforderung, genügend neue Angestellte zu gewinnen. Denn wegen des Geburtendefizits altert die Gesellschaft immer weiter, während gleichzeitig Fachkräfte fehlen, um die entstandene Lücke zu schließen. Zudem wird ein Studium in Deutschland oft mit verbesserten Berufsaussichten assoziiert, was dazu führt, dass viele Schulabgänger die Option einer Ausbildung nicht in Betracht ziehen und entsprechende Lehrstellen offen bleiben. Besonders in produzierenden Branchen herrscht ein Mangel an Arbeitskräften und auch im Bereich Logistik und Transport bleiben Positionen immer öfter unbesetzt. Die stetig steigenden Erwartungen an fachliche Kompetenzen, insbesondere im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung, verschärfen die Situation zusätzlich.
Technologischer Wandel auf dem Vormarsch
In der heutigen Zeit verändern sich die Anforderungen an qualifizierte Arbeitskräfte aufgrund des größeren Einsatzes von technologischen Innovationen. Unter anderem setzen Stellenausschreibungen für potenzielle Bewerber bereits Kenntnisse digitaler Workflows und bestimmter Softwareprogramme voraus. Zusätzlich entwickeln sich Innovationen wie die künstliche Intelligenz immer mehr zu einem entscheidenden Wendepunkt. Bereits jetzt sind wesentliche Veränderungen in Unternehmen zu beobachten, zum Beispiel durch automatisierte Prozesse, die Mitarbeiter entlasten. Der Einsatz von KI-gesteuerten Reinigungsrobotern könnte beispielsweise dazu beitragen, dass Mitarbeiter sich stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Dennoch befinden sich zahlreiche Branchen in Deutschland in diesem Bereich noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und müssen dementsprechend aufholen.
Zukunft des Arbeitsmarktes
In den letzten Jahren änderten sich nicht nur die Anforderungen an potenzielle Arbeitnehmer, sondern auch die Erwartungen an Unternehmen. Zukünftig sollten HR-Profis ihren Fokus verstärkt auf das Personal von morgen richten – die Generation Z, die aus den Jahrgängen 1996 bis 2012 besteht. Beeinflusst durch die Folgen der Rezession von 2008, die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Unterbrechungen ihrer ersten beruflichen Erfahrungen, sind Gen-Zler von Unsicherheit und Zukunftsängsten geprägt, sodass sie sich nach beruflicher Stabilität sehnen. Als Digital Natives sind sie besonders versiert in digitalen Interaktionen, da sie mit modernster, fortschrittlichster Technologie aufgewachsen sind. Deshalb legen sie am Arbeitsplatz auch großen Wert auf die neueste Ausstattung und gegebenenfalls eine Anpassung der Prozesse. Zudem hat die Gen Z genaue Vorstellungen von und Erwartungen an Arbeitgeber. Vor dem Hintergrund der erlebten Krisen erwartet sie von Unternehmen ein starkes Engagement für Werte und Ziele wie Klimaschutz und Gleichberechtigung sowie eine offene, vielfältige Kultur, die regelmäßige Kommunikation fördert. Darüber hinaus legt sie großen Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis von Beruf und Freizeit sowie auf eine angemessene Vergütung. Gen-Z-Mitarbeiter achten zudem mehr auf ihr physisches und psychisches Wohlbefinden als frühere Generationen und erwarten dafür Unterstützung seitens des Arbeitgebers.
Mit der Zeit gehen
Veränderte Bedingungen in der Arbeitswelt erfordern von Unternehmen ein Umdenken. Bei der Rekrutierung von Mitarbeitern müssen sie mittlerweile nachweisen, dass sie über ein ausgeprägtes soziales Bewusstsein verfügen. Außerdem erweist es sich zunehmend als entscheidend, die Bedürfnisse der Angestellten zu berücksichtigen und ihnen Empathie und Verständnis entgegenzubringen. Besondere Bedeutung kommt der Förderung der Arbeitnehmer und der Wertschätzung ihrer Leistungen zu. Realistisches Denken spielt hierbei eine zentrale Rolle: Mitarbeiter sollten nicht durch unerreichbare Ziele unter Druck gesetzt werden, da sich viele Branchen immer mehr durch Leistungsorientierung definieren. Stattdessen sollten Betriebe sich verstärkt darauf fokussieren, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben durch flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen. Um passende Mitarbeiter zu gewinnen, ist es essenziell, die Unternehmenskultur kontinuierlich hervorzuheben. Dadurch können Werte und Arbeitsweisen transparent vermittelt werden. Auf der Suche nach Mitarbeitern besteht für Firmen zudem die Möglichkeit, Personalvermittler zu kontaktieren. Diese unterstützen ihre Kunden durch ihr bestehendes Netzwerk dabei, geeignete Kandidaten zu finden, die nicht nur über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen, sondern sich auch mit den Unternehmenswerten identifizieren. Gründliche Vorgespräche zu den Anforderungen und Erwartungen sind dafür unerlässlich. Eine sorgfältige Personalvermittlung zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass sie vor Ort die Gegebenheiten des Unternehmens sowie die internen Strukturen erkundet, um den bestmöglichen Kandidaten für die zu besetzende Stelle zu finden.
Vereint die Ziellinie überqueren
Nachdem Unternehmen passende Mitarbeiter gewonnen haben, gilt es Maßnahmen zu ergreifen, um sie dauerhaft zu halten. Arbeitgeber sollten in erster Linie ihre Sichtweise ändern und ihre Angestellten nicht länger als bloße Zahlen sehen. Gerade in schwierigen Branchen, die den Verlust von qualifiziertem Fachpersonal nicht verkraften können, ist es für Betriebe entscheidend, während der Onboarding-Phase ausreichend Zeit zu investieren, um Vertrauen zu schaffen und den Weg für eine langfristige Zusammenarbeit zu ebnen. Eine aktive Personalvermittlung kann durch regelmäßige Feedbackgespräche mit beiden Seiten als Bindeglied auftreten, um potenzielle Hindernisse in der Zusammenarbeit frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Besonders Führungskräfte sollten in diesem Zusammenhang als Vorbilder agieren und ihren Arbeitnehmern auf Augenhöhe begegnen. Um eine starke Mitarbeiterbindung zu fördern, ist es wichtig, dass Unternehmer die Bedürfnisse ihrer Angestellten berücksichtigen. Auch in diesem Bereich kann eine professionelle Personalvermittlung wertvolle Unterstützung bieten: Agenturen wie GKP Production Services stellen nicht nur Weiterbildungsmaßnahmen bereit, sondern sorgen beispielsweise nach einer erfolgreichen Vermittlung für eine enge Betreuung über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten, um sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Arbeitgeber eine erfolgreiche Einarbeitungsphase zu gewährleisten. Darüber hinaus können Personalvermittlungen bei Bedarf beratend zu Seite stehen, um die Arbeitsplatzgestaltung sowie die Optimierung bestehender Prozesse zu unterstützen. Sie geben wertvolle Tipps, damit die Mitarbeiter langfristig leistungsfähig bleiben. So können auch Branchen, die besonders mit der Suche und Bindung von qualifiziertem Personal zu kämpfen haben, ihre Angestellten langfristig halten und dem Mythos des Fachkräftemangels entgegenwirken.